Mama und ihre Kinder
Kinder und Erziehung

Man weiß nicht, was Liebe ist, bevor man Kinder hat…

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An diesem Spruch ist wirklich etwas dran. Nicht nur etwas. Für mich stimmt dieser Spruch auf jeden Fall. Solch eine starke, bedingungslose Liebe, wie für meine Kinder, habe ich sonst noch nie empfunden. Zumindest nicht mehr seit ich selbst ein Kind war und meine Zwillingsschwester und meine Mutter das wichtigste für mich waren.

Meine Kinder sind meine erste Priorität. Immer. Zumindest immer dann, wenn ich es schaffe, denn es gibt Momente, da muss ich kurz mal meine Bedürfnisse voran stellen. Ansonsten wäre es für mich auf Dauer auch nicht gesund. Aber im Grunde kann ich sagen, dass meine Kinder meine oberste Priorität sind. Das mit den eigenen Bedürfnissen, das musste ich allerdings erstmal alles auf die Reihe kriegen, denn auch meine Bedürfnisse sind wichtig und die habe ich lange ignoriert und vernachlässigt.

Einige Dinge, die man aus Liebe zu seinen Kindern erträgt und tut, beziehungsweise ich, habe ich hier mal zusammengefasst.

Schmerzen und Strapazen

Die Liste an Dingen, die ich für meine Kinder ertragen kann und würde, ist sehr lang. Das geht wahrscheinlich den meisten Eltern so. Dass man willentlich und ganz bewusst und sogar freiwillig viele Strapazen für seine geliebten Kinder auf sich nimmt, beginnt schon mit der Geburt. Vor allem meine erste Geburt, die Geburt meiner Tochter, war sehr lang und wahnsinnig anstrengend. Sie dauerte ca. 33 Stunden und ich habe zwei Nächte nicht geschlafen. Dennoch habe ich schon direkt nach der Geburt meiner Tochter gedacht, dass ich diese anstrengende Geburt für sie jetzt noch 100 Mal durchmachen würde. Und das habe ich durchaus ernst gemeint.

Stundenlange, ja tagelange Strapazen und Schmerzen, die teilweise nicht auszuhalten sind – für meine Kinder habe das geschafft (gut, ich musste da ja auch irgendwie durch, konnte ja kein anderer für mich machen) und ich würde für meine Kinder jederzeit jegliche Schmerzen und Strapazen auf mich nehmen.

Die Geburt meines Sohnes war übrigens komplett anders. Bei meiner Tochter war ich im Geburtshaus, bei meinem Sohn im Krankenhaus, mit Einleitung, also Geburt nach Termin. Das hat die Geburt meines Sohnes aber irgendwie irreal wirken lassen für mich. Das war ein etwas komisches Gefühl. Aber im Gegensatz zur Geburt meiner Tochter, dauerte die Geburt meines Sohnes nur etwa 4,5 Stunden. 😀

Schlafmangel

Nach der Geburt geht es weiter mit dem Schlafmangel. Ich hatte zwar zu Studienzeiten auch mal Phasen, in denen ich sehr wenig geschlafen habe, aber das war immer nur über einen kurzen Zeitraum oder vereinzelte Nächte. Nach der Geburt meiner Tochter, während der ich ja schon 2 Nächte nicht geschlafen hatte, habe ich die erste Nacht etwa 2 Stunden geschlafen, dann wieder fast gar nicht und die Nacht danach wieder nur etwa 2 Stunden. So neu war das alles, so aufregend – und auch besorgniserregend.

Wir haben zusammen in einem Bett geschlafen und ich konnte einfach nicht entspannt neben meinem neuen Babymädchen einschlafen. Ich konnte nicht richtig zur Ruhe kommen. Zu sehr hatte ich das Gefühl auf zu aufpassen zu müssen, damit ihr nichts passiert. Auch vor meinem Mann musste ich sie „beschützen“, der da ganz entspannt neben ihr schlief. Nun sagen vielleicht manche, da hätte ich sie doch einfach in ihr eigenes Bettchen legen können, aber das war gar nicht möglich. Sie wollte nur bei mir sein, alle 1 – 2 Stunden nucken. Wir hatten zwar ein Beistellbettchen, aber es war bei meinen beiden Kindern nicht möglich sie da rein zu legen, nachdem sie eigeschlafen waren. Sie wären sofort wieder aufgewacht und davor habe ich mich gehütet sie wieder aufzuwecken, nachdem sie eingeschlafen waren. Zu groß war mein eigenes Bedürfnis nach Schlaf und da habe ich es einfach hingenommen, wenn ich dann halt die halbe Nacht nur auf der einen Seite liegen konnte, bis meine Hüfte und Schulter weh taten.

Vernachlässigung der eigenen Grundbedürfnisse

Ja, ich habe mich selbst lange vernachlässigt. Gerade am Anfang, mit kleinem Baby, bin ich oft nicht mal dazu gekommen zu duschen oder irgendetwas für mich zu machen. Babys fordern einfach so viel Aufmerksamkeit, dass man nicht dazu kommt auf die eigenen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Aber aus Liebe zu meinen Kindern habe ich meine eigenen Bedürfnisse gern hinten angestellt. Mir war es immer wichtiger, dass die Bedürfnisse meiner Kinder erfüllt sind. Ich weiß, dass bedürfnisorientiert eigentlich bedeutet, dass auf alle Bedürfnisse Rücksicht genommen wird, aber das habe ich damals gar nicht so gesehen. Die Bedürfnisse meiner Kinder standen an erster Stelle.

Erst jetzt allmählich habe ich begonnen auch mal bewusst mein eigenes Bedürfnis voran zu stellen, zum Beispiel, wenn ich überreizt bin und dringend etwas Ruhe brauche. Wobei diese Ruhe manchmal sehr schwer umzusetzen ist im Alltag. Aber zum Beispiel mal aus dem Zimmer zu gehen, um etwas zu trinken oder zur Toilette zu gehen, davon lasse ich mich nicht mehr abhalten, selbst wenn meine Kinder gerade etwas von mir wollen. Auch jetzt zu Lockdown-Zeiten weiter für meinen Blog zu arbeiten, auch wenn meine Kinder Zuhause waren, war mir wichtig. Oder mir ab und zu mal die Zeit für Sport zu nehmen, wobei das nicht immer möglich ist.

Vernachlässigung der Partnerschaft

Die Partnerschaft ist etwas, das sich wirklich ändert, sobald man Kinder hat. Meine Kinder sind direkt an die erste Stelle gerückt, das ist einfach so. Früher stand die Partnerschaft im Vordergrund, jetzt die Familie. Mein Mann musste sehr viel meiner Aufmerksamkeit einbüßen, denn die war und ist immer noch ganz primär bei meinen Kindern. Ich würde mich als Vollblutmami bezeichnen, die ihre Kinder an erste Stelle stellt. Danach kommen meine Grundbedürfnisse, wie das Bedürfnis nach Ruhe, und danach kommen, so hart es klingt, die Bedürfnisse meines Mannes. Ich weiß, dass das manchmal schwierig für ihn war und ist, aber so ist es nun mal und das kann ich auch nicht einfach ändern. Die Situation hat sich aber bereits entspannt, jetzt wo meine Kinder größer sind und ich auch mehr Zeit habe mich um meine eigenen Bedürfnisse zu kümmern.

Während mein Mann und ich früher meist keinen einzigen Abend alleine zusammen hatten, als meine Kinder noch Babys und Kleinkinder waren – während ich die Abende mit ihnen im Bett verbracht habe, besonders bei meiner Tochter, die sehr stark auf mich fixiert war und es auch immer noch sehr ist – so haben wir jetzt regelmäßig unseren Feierabend gemeinsam auf der Couch. Ich denke, dass gerade diese Anfangszeit, in der ich vollkommen mit unserer sehr bedürftigen Tochter beschäftigt war, für meinen Mann oft sehr schwer war. Auch die Tatsache, dass sie so sehr auf mich fixiert war und ihren Papa oft zurückgewiesen hat, war bestimmt hart für ihn. Aber er hat das so toll gemacht und durchgehalten und inzwischen hat sich die Situation in beiden Punkten für ihn sehr verbessert.

Kinderspiele spielen, auch wenn man keine Lust dazu hat

Früher habe ich in einer ständigen Fantasiewelt gelebt und das Leben von mir und meiner Zwillingsschwester bestand aus Spielen. Ich konnte mir nicht vorstellen jemals damit aufzuhören und es war mir immer ein Rätsel, warum Erwachsene immer nur zusammen sitzen, Kaffee trinken und reden wollen. Das fand ich absolut langweilig. Unsere Mutter spielte kaum mit uns. Wenn sie es mal tat, waren wir sehr erfreut darüber, aber meistens hatte sie irgendetwas anderes zu tun und meine Zwillingsschwester und ich spielten alleine. Aber wir hatten ja immer uns und deshalb war das kein Problem. Schaut euch zu diesem Thema gerne meinen Beitrag zu meiner Kindheit als Zwilling an 😉

Jetzt, als Erwachsene, musste ich mich erstmal daran gewöhnen wieder Kinderspiele zu spielen. Natürlich fing ich mit meiner Tochter langsam an, erst waren es nur Babyspiele, dann kam Duplo hinzu und später auch mal Barbies, Puppen und Paw Patrol. Auch daran sie beim Abendessen oft nur als Tina ansprechen zu können (während ich Bibi Blocksberg war) erforderte erstmal etwas Gewöhnung. Da muss ich daran denken, wie meine Zwillingsschwester und ich damals oft am Tisch saßen – in einem Rollenspiel – und unsere Mutter sagte, dass sie doch einfach mit ihren Kindern essen wolle. So ging es mir auch manchmal am Anfang, als meine Kinder beim Essen viel in ihre Rollenspiele vertieft waren und nicht mit ihren richtigen Namen angesprochen werden wollten. Inzwischen habe ich mich schon daran gewöhnt und im Moment nehmen sie auch lieber mal Spielzeug mit an den Tisch (was ich allerdings auch nicht immer so gut finde) und befinden sich dann nicht selbst in einer Rolle mit anderem Namen 😀

Während ich gerne Dinge aus Duplo oder Lego mit meinen Kindern baue oder mit ihnen male und knete, fallen mir diese Rollenspiele oder das Spielen mit Figuren manchmal nicht so leicht. Obwohl ich für mein Erwachsenenalter immer noch viel Fantasie habe und sicherlich fantasievoller die Kinderspiele mitspielen kann, als manche anderen Erwachsenen, empfinde ich das Spielen mit Figuren oder auch mit uns im Rollenspiel manchmal als ziemlich anstrengend. Vor allem, wenn meine Kinder, wie es beim Spielen manchmal ihre Art ist, mir jeden Satz vorsagen, den ich nachsagen soll XD!

Dennoch fühle ich mich schlecht, wenn ich es eine Weile nicht richtig geschafft habe mit meinen Kinder zu spielen, weil ich weiß, wie wichtig es ihnen ist. Und auch, wenn ich mir manchmal angenehmeres vorstellen kann, als mit meinen Kindern ihre Rollenspiele zu spielen, so ist es mir dennoch wichtig, dass ich mir dafür Zeit nehme. Sie werden nicht ewig mit mir spielen wollen, deshalb möchte ich für sie als Spielpartnerin da sein, so lange sie noch Interesse daran haben und ihnen das wichtig ist. Und ich finde es toll, dass meine Kinder so schön fantasievoll spielen. Dieses monotone Spielen, wenn man als Erwachsener immer nur das gleiche machen und sagen muss und das womöglich stundenlang, finde ich viel schlimmer auszuhalten 😀

Fazit: Meine Kinder sind mein Glück

Ich mit meinem nicht mehr ganz so kleinen Babymädchen

Ich hatte schon sehr schwierige Phasen in meinem Leben, in denen ich teilweise sehr unglücklich war. Und das über längere Zeiträume. Aber seit ich meine Kinder habe, hat mein Leben einen völlig neuen Fokus. Meine Kinder haben mein Leben erhellt, wie es sonst keiner geschafft hätte. Sie machen mich stark, weil ich als ihre Mama stark sein muss. Meine Kinder sind mein größtes Glück und es erfüllt mich immer wieder mit solch einer Freude und mich durchströmt diese warme, bedingungslose Liebe, wenn ich meine Kinder sehe. Wie süß sie zusammen spielen, was sie schon alles können, wie sich sich um einander und teilweise sogar um uns als Eltern kümmern. Was für süße Sachen sie machen und sagen. Wie sehr Kinder einen erfüllen, kann man sich oft noch gar nicht vorstellen, wenn man selbst keine Kinder hat. Für meine Kinder würde ich alles geben und ihr Wohl steht immer über meinem. So eine bedingungslose, tiefe Liebe wie für meine Kinder empfinde ich sonst für niemanden.

Vielleicht mag es manchen übertrieben oder abgedroschen erscheinen, wenn ich das so schreibe, aber genauso empfinde ich es. Natürlich können meine Kinder manchmal sehr anstrengend sein, aber sie sind so wundervoll und wertvoll und entzückend, dass die Anstrengung nicht ins Gewicht fällt.

Was haltet ihr von dem Spruch „Man weiß nicht, was Liebe ist, bevor man Kinder hat“? Könnt ihr euch damit identifizieren? Oder habt ihr da eine andere Sichtweise? Lasst es mich in den Kommentaren wissen 😉

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